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Boaedon fuliginosus | Trachylepis punctatissima
 

Gepunkteter Kapskink, Trachylepis punctatissima

 
Trachylepis punctatissima hat seine Verbreitung im südlichen Afrika. Man kann ihn in Lesotho, der Republik Südafrika, im westlichen Swaziland und im südlichen Botswana finden (BRANCH 1998).
 
Terra typica: "Northeastern districts of Cape Colony" (SMITH 1849).
 
DTrachylepis punctatissima Es handelt sich hier um einen mittelgroßen (KRL 8 cm) Skink (GL 19 cm). T. punctatissima ist tagaktiv und ovivivipar, d.h. lebendgebärend. Der Rücken ist dunkelbraun und zeigt dorsolateral jeweils einen goldbraunen Streifen. Die Bauchseite ist hell, schmutzig weiß bis hellgrau, und am Hals finden sich schwarze Flecke und Punkte Die Glattechsen lieben viel Licht und Wärme. Ein Halogenstrahler mit 20 W, der bei mir eine lokal begrenzte Stelle auf ca. 55°C aufheizt und zwei T8 18W Leuchtstoffröhren (LF 11 / 860) reichen aus, um ihnen das zu geben was sie brauchen. In Südafrika sonnen sie sich den ganzen Tag über. Dort herrschen im Sommer Temperaturen von weit über 30°C im Schatten. Das Terrarium sollte für ein Pärchen 80 x 40 x 60 cm (BxTxH) nicht unterschreiten. Größer ist natürlich besser. Die Seitenflächen und die Rückwand sollten mit Naturkork beklebt sein. Dazu noch einige Korkäste und/oder Korkröhren, denn die Skinke klettern sehr gerne. Als Bodengrund verwende ich normale Blumenerde. Eine Bepflanzung des Beckens hat sich als dem Wohlbefinden der Tiere zuträglich erwiesen. Die Tiere fühlen sich durch den Sichtschutz sicherer und flüchten nicht bei jeder Bewegung, die sie außerhalb des Terrariums wahrnehmen. Ich habe sie selten am Boden gesehen, es sei denn bei der Verfolgung von Futter. Sie sind wirklich sehr verfressen und fressen alles, was man ihnen an Insekten ins Becken gibt. Bei mir bekommen sie allerdings nur Grillen, Heimchen, Mehlwürmer und Wachsmaden/Motten. Jede Fütterung wird bei mir mit Vi-Spu-Min (Backs®) bestäubt. Trachylepis läßt sich paarweise halten; es gibt keinerlei Aggression gegenüber dem anderen Geschlecht. Auch Jungtiere werden in den ersten 4-5 Monaten toleriert. Eine Gruppenhaltung ist allerdings nicht möglich, da sich zwei Männchen oder zwei Weibchen so lange stressen und jagen, bis eines der Tiere stirbt.
 
Das Paarungsritual wird vom Männchen mit einem stetigen Kopfnicken eingeleitet. Es nähert sich langsam dem Weibchen, und wenn dieses paarungswillig ist, dann bleibt es ruhig sitzen. Es folgt dann ein "Kratzen" des Männchens über den Körper des Weibchens. Kurz darauf erfolgt der Paarungsbiss in den Nacken und dann die Kopulation. Diese ist recht ruppig und dauert nur zwei bis fünf Sekunden.
 
DTrachylepis punctatissimaDie Jungtiere haben bei der Geburt eine GL von 67 mm (KRL 27 mm). Zeichnung und Färbung der Jungen sind wie die der Alttiere, erscheinen nur etwas heller, nahezu bronzefarben. Jungtiere müssen jeden Tag gefüttert werden, da sie längere Futterpausen nicht überstehen. Wichtig ist hier das Anbieten von Nahrung in der passenden Größe. Ich füttere sie hauptsächlich mit kleinen Grillen und Heimchen, aber auch Drosophila werden gerne gefressen. Bei jeder Fütterung stäube ich die Nahrung mit Vi-Spu-Min (Backs®) ein. Wenn die jungen Skinke selbständig Nahrung erbeuten - was der Normalfall ist - dann bereitet ihre Aufzucht keine Probleme. Nach spätestens vier bis fünf Monaten separiere ich die Jungen, um Problemen mit den Eltern vorzubeugen. Trachylepis punctatissima halten in Südafrika, je nach Vorkommen, eine mehr oder weniger langeWinterruhe. Dadurch sind sie rund ein Jahr alt, wenn sie sich zum ersten Mal fortpflanzen. Ohne Winterruhe - z. B. im Terrarium - kann es vorkommen, dass die Männchen schon mit einem Alter von neun Monaten erste Paarungsversuche unternehmen.
Die Pflege dieser eher etwas unscheinbaren gepunkteten Kapskinke im Terrarium bereitet mir seit Jahren sehr viel Freude. Zum einem ist es die am Tage ständige Präsenz der Tiere, ihr aufmerksames Verhalten und ihre eigentlich unkomplizierten Ansprüche, die mich begeistern. Ich kann die Haltung jedem an Glattechsen Interessierten nur wärmstens empfehlen.
 
 
Literatur:
 
Auerbach, R.D. (1987) - The Amphibians and Reptiles of Botswana. - Gaborone Printing Works, Botswana, 295 pp.
 
BAUER. A. M. (2003): On the identity of Lacerta punctata Linnaeus, 1758, the type species of the genus Euprepis Wagler, 1830, and the generic assignment of Afro-Malagasy skinks. - Afr. J. Herpetol., 52: 1-7
 
BRANCH, B. (1998): Field Guide to Snakes and other Reptiles of Southern Africa - Struik Publ. Ltd, Cape Town, 399 pp.
 
BROADLEY, D. G. (1977): A review of the Mabuya striata complex in South-East Africa (Sauria: Scincidae). - Occ. Pap. Nat. Mus. and Mon. Rhodesia, 6B (2): 45-79.
--- (2000): A review of the genus Mabuya in southeastern Africa (Sauria: Scincidae) - African Journal of Herpetology, 49 (2): 87-110
 
FITZSIMONS (1943): The lizards of South Africa. - Transvaal Mus. Memoir No.1 (Pretoria), 528 pp.
 
NORVAL, G. & NORVAL, A.W. (2007): Eine Beschreibung der opportunistischen Futtersuche beim Gepunkteten Skink, Trachylepis punctatissima (SMITH, 1849) in einem städtischen Lebensraum - SAURIA, Berlin, 29 (2): 43-46.
 
SCHILLERT, A. S. (2009): Erfahrungen bei der Terrarienpflege des Gepunkteten Kapskinks Trachylepis punctatissima (SMITH, 1849) - SAURIA, Berlin, 31 (2): 5-12.
 
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